Buchrezension:

Schwarz und stark. Wie Kaffee die Gesundheit fördert.

  • Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Heinz Schilcher
  • Nieber, Karen: Schwarz und stark. Wie Kaffee die Gesundheit fördert.
  • 144 Seiten
  • S. Hirzel Verlag, Stuttgart, 2013, 19,80 €
  • ISBN 978-3-7776-2161-6

Ist Kaffee ein Naturarzneimittel, tägliches Lebens- und Genussmittel oder gar ein Dopingmittel?

Diese Fragen und viele weitere interessante Aspekte rund um die Kaffeebohne werden in dem Buch „Schwarz und stark“, erschienen 2013 im Hirzel- Verlag und verfasst von der Pharmakologin Professor Dr. Karen Nieber in weltweit einmaliger Vertiefung beantwortet. In dem Buch wird zunächst die Herkunft des Kaffees und seine Bedeutung als Handelsgut ausführlich beschrieben, gefolgt von einer akribischen Besprechung der wichtigsten Inhaltsstoffe der Kaffeebohne.

Zum Kaffeegenuss tragen circa 800 bis 1.000 Substanzen bei, die trotz intensiver analytischer Beschäftigung noch nicht alle phytochemisch identifiziert sind. Erwartungsgemäß beschäftigt sich die Autorin auch mit der Frage, ob Kaffee krebserregende Substanzen enthält.

14 Seiten sind dem Haupt-Inhaltsstoff, dem Koffein, gewidmet. Die Leser erfahren dabei interessante Details über diese Substanz, die bislang in keinem pharmazeutischen oder medizinischen Lehrbuch nachzulesen sind: Nämlich, dass Koffein bei Ausdauersportarten die Leistung und die Leistungsdauer zu steigern vermag. Damit ergibt sich die Frage, ab welcher Dosis Koffein als Dopingmittel einzustufen ist. Das Hauptinteresse, sowohl für Ärzte mit der Zusatzbezeichnung „Arzt Naturheilverfahren“ als auch für Personen, die Kaffee oder koffeinhaltige Zubereitungen entweder schätzen oder meiden, dürfte auf dem breit (auf 57 Seiten) angelegten Kapitel „Kaffee und Gesundheit“ liegen. In 16 Einzelkapiteln können Leser u.a. Näheres erfahren über die psychosomatische Beeinflussung und die Steigerung der kognitiven Leistungsfähigkeit durch den Genuss von Kaffee. Für die tägliche ärztliche Praxis ist es sicherlich interessant und praxisrelevant zu wissen, welche Effekte das Koffein bei psychischen Erkrankungen, Alzheimer, Parkinson, Diabetes, Osteoporose und weiteren Krankheiten auslöst. Die Autorin scheut sich auch nicht, die kontrovers diskutierte Bedeutung bei Tumorerkrankungen anzusprechen, wobei ihre naturwissenschaftliche Grundausrichtung in den Ausführungen deutlich zu erkennen ist.

Kaffee in der Schwangerschaft sowie bei Kindern und im Leistungssport sind weitere praxisrelevante Kapitel, wobei das Kapitel „Kaffee in der Alternativmedizin“ an ehemals erfolgreiche therapeutische Verfahren erinnert, wie z. B. Darmspülungen oder Klistiere mit Kaffee.

Das Buch von Prof. Dr. Karen Nieber aus dem Institut für Pharmakologie an der Universität Leipzig, kann jedem praktizierenden Arzt, aber auch jedem Kaffeeliebhaber uneingeschränkt als wertvolle „Kaffee- Monographie“ empfohlen werden.